
Kirche St. Valentin Daxlanden

Weit im Westen von Daxlanden, an der Inselstraße, liegt die Kirche St. Valentin. Zur Zeit ihrer Errichtung lag sie mitten im alten Ort. Der Vorgängerbau aus dem 15. Jahrhundert war 1651 bei einer Sturmflut zerstört worden, seitdem bemühte man sich an besserer Stelle um einen Neubau und kam wegen der schlechten Verhältnisse jahrzehntelang über ein Provisorium nicht hinaus. Am 16. Juni 1715, einen Tag vor der Grundsteinlegung zum Karlsruher Schlossturm, wurde die Kirche schließlich vom Speyerer Weihbischof geweiht, wohl mit dem schon aus dem Mittelalter stammenden Patrozinium des Hl. Valentin. Der Markgraf von Baden-Baden war in der Pflicht und sein Hofbaumeister Johann Michael Ludwig Rohrer hatte die kleine Saalkirche mit Polygonalchor entworfen. Sonderlich viel Mühe scheint sich auch der Hofbaumeister nicht gegeben zu haben, das Dach war von Anfang an undicht, und die Reparaturkosten wurden jahrelang von einem Amt zum anderen geschoben. Endlich, Im Jahr 1727, kam Markgraf Ludwig August, der Jägerlouis, nach einer Jagd im Rheinwald durch Daxlanden, und beherzt führten die Bürger ihrem Herrn das Übel vor. Umgehend wurde nun das Dach auf markgräfliche Kosten komplettiert. 1755 erhielt die kleine Kirche einen kleinen Turm, entworfen von Johann Peter Ernst Rohrer, dem Bruder des o. g. Hofbaumeisters. 1834-35 vergrößerte Johann Ludwig Weinbrenner die Kirche zur heutigen Größe und gab ihr zusätzlich eine Empore.
In der Zeit der katholischen Markgrafschaft war die Pfarrei lange von Ettlingen bzw. von Baden-Baden aus durch Jesuiten und Kapuziner betreut worden. Im Jahr 1807 erhielt St. Valentin prunkvolle spätbarocke Altäre aus der Kirche des Kapuzinerklosters in Baden-Baden, das ein Jahr zuvor im Rahmen der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation aufgehoben worden war. Die Altäre zeigen die Geißelung Christi (Hauptaltar), Maria auf der Mondsichel (linker Altar) und den Hl. Antonius von Padua (rechter Altar). Alle wurden um 1760 geschaffen. Der Taufstein von 1773 befindet sich mittlerweile in der Kirche Heilig Geist.
1964-66 wurde der Innenraum renoviert und teilweise purifiziert. 2006 malte Barbara Jäger den Kreuzweg auf Tafeln zu je 50 x 40 cm, der in seiner Farbigkeit genau auf die Kirche abgestimmt ist und im Juli 2007 eingeweiht wurde.
![]() | Dieser Text stammt aus dem 2015 erschienenen Kirchenführer mit dem Titel "Kirchen in Karlsruhe und die Synagoge". Er stellt sämtliche evangelischen und katholischen Kirchen im Stadtgebiet sowie die Synagoge vor und bietet eine Einführung in die Religionsgeschichte der Stadt. Er wurde gemeinsam von der evangelischen und der katholischen Kirche in Karlsruhe herausgegeben und ist für 12,90€ im Buchhandel sowie beim Bildungszentrum Karlsruhe erhältlich. |
Adresse
Inselstr. 25
76189 Karlsruhe-Daxlanden






