Die Kirche St. Heinrich und Kunigunde liegt im Karlsruher Stadtteil Neureut-Kirchfeld und gehört zur Seelsorgeeinheit Karlsruhe Hardt.

Die Kirche St. Heinrich und Kunigunde liegt im Karlsruher Stadtteil Neureut-Kirchfeld und gehört zur Seelsorgeeinheit Karlsruhe Hardt.

Jenseits der Linkenheimer Landstraße liegt in der Kirchfeldsiedlung die kath. Kirche St. Heinrich und Kunigunde. Die Anfänge dieser Siedlung gehen auf das Jahr 1928 zurück, jedoch wuchs sie erst nach dem Zweiten Weltkrieg sprunghaft an, als viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene neuen Wohnraum suchten. Ab 1948 wurde der „Lammsaal“ in Neureut genutzt. Dann wurde 1952–53 der Kirchbau nach einem Entwurf von Hans Gäckle sehr rasch realisiert, so dass die erste Messe am Weihnachtsfest 1953 im neuen Gotteshaus gefeiert werden konnte. Der Glockenturm wurde 1960 hinzugefügt. Wie ein italienischer Campanile steht er frei neben der Kirche und bildet symbolisch das Zentrum der Gesamtanlage von Kirche mit Pfarrzentrum und Kindergarten. Bei den Titelheiligen handelt es sich um das Kaiserpaar Heinrich II. und seine Gemahlin Kunigunde, die beide noch im 12. Jahrhundert heilig gesprochen wurden. Heinrich II. ist insbesondere als Gründer des Bistums Bamberg in der Kirchengeschichte bekannt.
Der Kirchenbau ist ein relativ einfacher rechteckiger Betonständerbau. Die Seitenwände werden mit einem farbigen Lichtband abgeschlossen. Der schmalere Chor erhält viel Licht und setzt mit seiner Kassettendecke einen eigenen Akzent. Nach einem Brand am 17. Januar 1988 wurde die Kirche komplett renoviert und vor allem heller gestaltet. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die Glasfenster eingesetzt.
Die bildhauerische Ausstattung stammt von Erich Lipp. Der Altar zeigt an seinem Unterbau Fische und Brot als Symbole des gemeinsamen Mahls, die Taube steht für die Anwesenheit des Heiligen Geistes. Das Kruzifix an der Rückseite des Altarraums ist sehr feingliedrig und schlicht. Es passt gut in die Entstehungszeit der Kirche. Weitere Arbeiten Lipps, jeweils in Beton gegossene Skulpturen, sind der Kreuzweg und die Marienstatue am Seitenaltar. Im Eingangsbereich steht das Taufbecken, auf das die drei Fenster von Clara Kress bezogen sind.
Hauptschmuck sind heute die Fenster von Michael Mannel, die von der Firma Karlsruher Glaskunst Herbold im Juni 1988 ausgeführt wurden. Die Motive aus dem Schöpfungsbericht sowie aus den Gleichnissen Jesu sind in ihrer Bildsprache leicht zu erfassen.
![]() | Dieser Text stammt aus dem 2015 erschienenen Kirchenführer mit dem Titel "Kirchen in Karlsruhe und die Synagoge". Er stellt sämtliche evangelischen und katholischen Kirchen im Stadtgebiet sowie die Synagoge vor und bietet eine Einführung in die Religionsgeschichte der Stadt. Er wurde gemeinsam von der evangelischen und der katholischen Kirche in Karlsruhe herausgegeben und ist für 12,90€ im Buchhandel sowie beim Bildungszentrum Karlsruhe erhältlich. |