![]() | Dieser Text stammt aus dem 2015 erschienenen Kirchenführer mit dem Titel "Kirchen in Karlsruhe und die Synagoge". Er stellt sämtliche evangelischen und katholischen Kirchen im Stadtgebiet sowie die Synagoge vor und bietet eine Einführung in die Religionsgeschichte der Stadt. Er wurde gemeinsam von der evangelischen und der katholischen Kirche in Karlsruhe herausgegeben und ist für 12,90€ im Buchhandel sowie beim Bildungszentrum Karlsruhe erhältlich. |
Kirche St. Margaretha Wolfartsweier
Die Kirche St. Margaretha liegt mitten im Neubaugebiet des Dorfes und hat einen langen Entstehungsprozess hinter sich. Seit 1965 besaß die Pfarrgemeinde das Grundstück, 1978 begannen die Planungen, die 1985–87 realisiert wurden. Die Kirche wurde von den Architekten Bundy und Soth aus dem Quadrat heraus entwickelt. Mit Durchgängen, Laubengängen, frontalem Glockenturm und Mesnerwohnung ergibt sich ein vielgliedriger, verschachtelter Bau. Im Innern überrascht, dass der Kirchenraum in der Diagonalen angelegt ist. Dadurch sind die 250 Plätze nah an die Altarinsel gerückt, und für die Gemeinde wird der Eindruck der Geborgenheit weiter verstärkt, der schon durch die warmen Rottöne des Ziegelmauerwerks hervorgerufen wird. Die liturgische Ausstattung wurde von Franz Dewald gestaltet. Am Ambo sind die Evangelistensymbole zu sehen, am Altar sind die Heilstaten Christi dargestellt. Für die Glasfenster hinter dem Tabernakel wählte Dewald als Thema Variationen über den Kreis. Walter Seidl, der den Kreuzweg schuf, nahm mit dem Material Keramik wieder Bezug auf das Grundanliegen des ganzen Kirchenbaus, die Geborgenheit. Als jüngstes Ausstattungsstück erhielt die Kirche im Jahr 2010 eine Orgel aus dem Besitz von Prof. Andreas Schröder, die, 1988 von Orgelbaumeister Hubert Sandtner nach einem italienischen Vorbild gestaltet, mit ihrer bescheidenen Größe sehr gut in den Raum passt.
An die alten Ortstraditionen anzuknüpfen, gelang in vielfältiger Weise. Die evangelische Gemeinde überließ der katholischen Kirche das im Mittelalter nachweisbare Patrozinium St. Margaretha. In der Seitenkapelle werden außerdem gotische Steinmetzarbeiten aufbewahrt, die vom Kloster Gottesaue stammen und dort bei der Restaurierung des Schlosses gefunden wurden. Das barocke Marienbild befand sich früher in der Schlosskapelle der Durlacher Karlsburg, als diese den Katholiken zur Verfügung gestellt worden war (bis 1901).
Adresse
Talwiesenstr. 29
76228 Karlsruhe-Wolfartsweier






