![]() | Dieser Text stammt aus dem 2015 erschienenen Kirchenführer mit dem Titel "Kirchen in Karlsruhe und die Synagoge". Er stellt sämtliche evangelischen und katholischen Kirchen im Stadtgebiet sowie die Synagoge vor und bietet eine Einführung in die Religionsgeschichte der Stadt. Er wurde gemeinsam von der evangelischen und der katholischen Kirche in Karlsruhe herausgegeben und ist für 12,90€ im Buchhandel sowie beim Bildungszentrum Karlsruhe erhältlich. |
Kirche St. Konrad Hohenwettersbach
Schon nach dem Ersten Weltkrieg kümmerte man sich um einen Kirchbau für die neu zuziehende katholische Bevölkerung und richtete im Jahr 1935 eine erste Kapelle ein. Der jetzige Bau, vom damaligen erzbischöflichen Baudirektor Heß entworfen, 1969–72 realisiert, aber erst am 14. September 1980 geweiht, ist im Grundriss aus Sechsecken entwickelt. Hohe Außenmauern und riesige Glaswände wechseln sich ab, was für die künstlerische Gestaltung viel Einfühlungsvermögen erforderte. Klaus Arnold entwarf 1977 die großen Glasfenster, die ihr biblisches Thema jeweils in einem großen farbigen Netz fokussieren: Verkündigung und Geburt Christi, Taufe Jesu und der wunderbare Fischfang, Einzug in Jerusalem und Pfingsten. Dazu kommen die Hll. Hedwig und Bruder Konrad. Beim Tabernakel am Rande der Altarinsel steht auf einer Konsole eine hölzerne Statue des Hl. Bruder Konrad von Parzham (1818–94). Der Kapuziner, der sich in Altötting unermüdlich für die Pilgeranliegen einsetzte, hatte ein solch großes Verlangen nach der Eucharistie, dass die Oberen sie ihm stillschweigend täglich gestatteten. 1934 wurde er heiliggesprochen; die Kapelle erhielt im Dezember 1935 eine ungewöhnlich große Reliquie des Hl. Bruder Konrad, wie sie sonst nur Bischofskirchen zugestanden werden.
2004–06 wurde die Kirche gründlich renoviert; für die Gestaltung der leeren Altarwand wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, den Barbara Jäger 2006 gewann. Ein relativ schmales, langes Bild in kräftigen Acrylfarben akzentuiert die Wand und wirkt zugleich als Altarbild. Senkrechte Streifen unterteilen das Bild, wobei sich für den Betrachter langsam die Tage der Schöpfung herauskristallisieren. Das Bild korrespondiert sehr gut mit den großen Glasfenstern von Klaus Arnold.
Adresse
Am Lustgarten 36
76228 Karlsruhe-Hohenwettersbach






