Auf dem Weg zur Pfarrei St. Stephan Karlsruhe

19.05.2025 | Gemeinsam Zukunft gestalten lautete das Motto beim Forum Teil 3

Der Countdown läuft! Noch 229 Tage bis zum Start der neuen, großen Pfarrei St. Stephan Karlsruhe, verkündete Dekan Markus Miles beim Forum 3 am 17. Mai im Gemeindezentrum St. Bernhard. Nach 2023 und 2024 kamen auch beim dritten Teil dieses Veranstaltungsformats erneut zahlreiche haupt- und ehrenamtlich Engagierte, um sich am Entwicklungsprozess der katholischen Kirche in Karlsruhe zu beteiligen.

Vieles hat sich getan, seit das Erzbistum Freiburg den diözesanen Kirchenentwicklungsprozess 2030 ins Leben gerufen hat und klar wurde, dass es einige Änderungen und Neuerungen in den Kirchen vor Ort geben wird: Struktur, Organisation und das konkrete Glaubensleben sollen zukunftsfähig aufgestellt werden. Von Anfang an sollten die Menschen in den Gemeinden eingeladen sein, sich einzubringen, Ideen zu entwickeln und mitzugestalten. Aus den Ideen entstanden zunächst Thementeams und später Kompetenzteams, in denen Haupt- und Ehrenamt gemeinsam Bausteine erarbeiten für die Umsetzung der strategischen Ziele in der neuen Pfarrei.

Wo stehen wir aktuell? Wie startet die neue Pfarrei im Januar 2026? Und wer gestaltet was – schon heute, aber auch zukünftig? Das waren zentrale Fragen an diesem Tag, der nach der Begrüßung zunächst mit einem Infoblock von Sebastian Swiatkowski startete. Der lokale Projektkoordinator für die neue Pfarrei stellte die künftige Leitungsstruktur von St. Stephan Karlsruhe vor: Markus Miles als leitender Pfarrer bildet zusammen mit seinem Stellvertreter Daniel Kunz und Sebastian Swiatkowski als leitender Referent das Kernteam, das zusammen mit dem Pfarreirat für die strategische Ausrichtung des Personals zuständig ist. Der Pfarreirat trägt zusammen mit dem Pfarrer Verantwortung für den kirchlichen Auftrag in der Pfarrei  und ist mit dem Kernteam für die deren Gesamtstrategie zuständig. Daneben gibt es einen Verwaltungsvorstand, dem neben dem künftigen Pfarreiökonom Alexander Sester und seinem  Stellvertreter Oliver Fischer ebenfalls Markus Miles und Daniel Kunz angehören. Dieser wird durch einen Pfarreivermögensrat beaufsichtigt und beraten. Der neue Pfarreirat, der zum 1. Januar 2026 seine Arbeit aufnimmt, wird am 19. Oktober dieses Jahres gewählt. Insgesamt gibt es 21 Plätze, die in sechs Wahlbezirken (entsprechend den aktuell 6 Kirchengemeinden) gewählt werden. Die Kandidatensuche hat begonnen! Wer sich offen, konstruktiv für eine lebendige Gemeinde einbringen möchte, mindestens 16 Jahre alt ist und ca. 10  bis 12 Stunden Zeit im Monat investieren möchte, soll sich melden. Nähere Infos folgen.

Im zweiten Teil des Forums teilten sich die rund 100 Teilnehmer*innen in 6 Workshops und diskutierten dort Themen, wie sich die neue Pfarrei mit ihren veränderten Strukturen und Organisationsräumen für die Zukunft aufstellt. Folgende Themen standen im Fokus:
 
 
·       Kirche sein in der Stadtgesellschaft
Wo soll Kirche mitreden?
Christen und Nichtchristen stehen in unserer Gesellschaft vor denselben Herausforderungen. Der Unterschied, Probleme zu lösen, besteht nicht im Inhaltlichen, sondern in der Motivation für das gesellschaftliche/ soziale Engagement.
Diskutiert wurde: Wo soll sich Kirche heute noch angesichts von geringeren Ressourcen in der Gesellschaft einbringen? Soll sie sich auf das Kerngeschäft konzentrieren und was verstehen wir darunter? Eher kirchlich-pastorale Themen oder der Dienst an den Menschen etw. in KiTas, Sozialstationen etc..
Im Workshop wurden Grundlagen angesprochen, die in der Pfarrei St. Stephan weiter verfolgt werden sollten.
 
·       Pfarrbüros als Service- und Anlaufstellen
Neu denken…
Die Workshopteilnehmer*innen stellen eine große Wertschätzung für die Pfarrbüros als Ansprechpartner vor Ort fest.         Diese Funktion inkl. Verlässlicher Öffnungszeiten bleibt auch in Zukunft wichtig sowohl für die Gremien (Ehrenamt) als auch für die Gemeindemitglieder allgemein.
Die Gemeindeteams benötigen für ihre Arbeit eine Infrastruktur (Räume, Material…), deren Bereitstellung über die Pfarrbüros erfolgen kann.
Das Pfarrbüro als Gesicht und erste Anlaufstelle der Kirche.
Wichtig: Es braucht hier eine Offenheit und Flexibilität. Im Workshop angeregt wurde die Mehrfachnutzung von Räumen in Kooperation mit Partnern, zum Beispiel in der Ökumene, mit den Familienzentren etc..
 
·       Gemeindeteams
Was kommt? Was bleibt?
Für alle wichtig: Die bisherigen Gemeindeteams (GTs) bleiben im Amt, bis die neuen gewählt sind, auch über den 1. Januar 2026 bleiben Dinge bestehen, solange es nichts Neues gibt.
Idee: Ein Treffen im Herbst für alle bestehenden GTs soll offene Fragen klären und evtl. Ideen für die große Gemeindeversammlung sammeln. Infos und weitere Vorgehensweise soll den Mitgliedern der GTs an die Hand gegeben werden.
Was es braucht: kooperative Entscheidungsfindung, Priorisierung der Aufgaben, Bildung von Unterstrukturen, unterschiedlich ausgeprägtes Engagement (je nach individuellen Möglichkeiten). Offene Fragen: Klärung der Kriterien für Budget der GTs; Möglichkeiten eines GT für zwei Gemeinden; welches Pfarrbüro ist für welches GT zuständig?
Grundsätzlich wünschen sich die Workshopteilnehmer*innen vom Beschließenden Ausschuss eine pragmatische Entscheidung in der Frage „Wer ist Gemeinde?“ als Grundlage für die Weiterarbeit der GTs.
 
·       Organisationsräume
Orte für das Glaubensleben
Es braucht eine Zuverlässigkeit bei Liturgie und Gottesdiensten. Diskutiert wurde, dass dabei die Praxisrelevanz im Blick behalten werden muss – etwa mit Blick auf die Ministrant*innen, den Chor…
Wichtig: Die Kommunikation nach innen wie nach außen. Zeit und Geduld sind in der Umsetzung gefordert. Gewünscht wird in diesem Zusammenhang ein Organigramm, damit Entscheidungsträger bekannt und Entscheidungswege transparent dargestellt werden.
 
·       Lust auf Zukunft
Mein Bild von der Kirche
Veränderung sollte beim „Warum“ anfangen, daraus resultiert dann die Frage nach dem „Was (wollen wir)“. Die Teilnehmer*innen halten fest: Veränderung darf Spaß machen! Es gelingt, wenn alle überzeugt sind, dass es zusammen etwas größeres Neues gibt. Veränderungsprozesse müssen als Realität akzeptiert werden.
These: Qualität funktioniert, setzt sich durch.
 
·       Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung
Erkenntnisse für Kirche sein heute
Wichtigste Erkenntnis: Es gibt nicht DIE Mitgliedschaft in der Kirche. In den Blick genommen werden sollten auch die Menschen, die nicht da sind (in der Kirche), aber trotzdem religiös sind. Für die Arbeit vor Ort sollten die Kommunaldaten stärker genutzt werden.
Kommunikation ist der Schlüssel für alles!
Dabei sollte die Kirche Wert auf eine stärkere Nutzenorientierung legen und vorhandene Stärken mehr in den Fokus nehmen. Beispiel: Familienzentren.
 
Dank
Zum Abschluss des Tages dankte Markus Miles allen, „die sich mit uns auf den Weg machen.“ Er betonte, dass die Kirchenentwicklung ein Weg sei mit Blick auf 2030. Dabei gehe es darum, Dinge zu ermöglichen, nicht zu verhindern. Nicht alles werde von Anfang an, rund laufen, Fehler müssten zugelassen und Entscheidungen nach einiger Zeit evaluiert werden. Er brauche dafür die christliche Grundhaltung der Barmherzigkeit – für sich und für andere.
 
Hintergrund
Aus den heute sechs Kirchengemeinden Karlsruhe-Hardt, Karlsruhe Allerheiligen, Karlsruhe Nord-Ost St. Raphael, Karlsruhe Südwest, Karlsruhe Alb-Südwest, St. Nikolaus und Karlsruhe-Durlach-Bergdörfer entsteht zum1. Januar 2026 die neue Pfarrei St. Stephan Karlsruhe.
 
 
Kirchenentwicklung 2030 in der Erzdiözese Freiburg
Kirchenentwicklung 2030 in Karlsruhe
 
 
Kirchenentwicklung 2030 in Ettlingen
Meldungen der Erzdiözese
Stadtkloster St. Franziskus Karlsruhe
Investitur Markus Miles in Stephan NEU
... und Einführung der leitenden Mitarbeiter
am 24. Januar 2026 
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